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Grundschule Freisen - Oberkirchen
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Schulbegleithund Balou

Konzept für den Einsatz eines Schulbegleithundes an der Grundschule Oberkirchen- Freisen im Mai 2016 vorgelegt von Bettina Schummer-Born Der PON (Polski Owczarek Nizinny) Rassebeschreibung und Charakter Der PON ist ein mittelgroßer, quirliger Hund, der ursprünglich aus den polnischen Niederungen stammt. Er wurde dort vorwiegend als Hof- und Hütehund eingesetzt. „Sein ausgeprägtes Hütehundeerbe veranlasst ihn, immer in Beobachtungsnähe seiner Bezugsperson zu bleiben. Diese große Anhänglichkeit gehört zu seinen liebenswerten Charaktereigenschaften…“ (Zimmermann H., PON, 2003) Der PON besitzt eine sehr hohe Reizschwelle, welche durch einen Wesenstest in Saarbrücken mit  90 von 100 Punkten bestätigt wurde. Daher ist der Hund in der Klasse sehr ruhig und ausgeglichen, was sich auch auf die anwesenden Schüler positiv auswirkt. Der PON ist ein Meister im sensiblen Beobacheten und Lernen. Er hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis und einen ausgeprägten Spieltrieb. Für Kinder ist er daher ein wunderbarer Sozialpartner! Allerdings kann der PON mitunter auch ziemlich sturköpfig reagieren, wenn er keine Lust hat, Arbeitsanweisungen auszuführen! Ein PON wird etwa 12 Jahre alt.

Rechtsgrundlagen

§ 36 Infektionsschutzgesetz BGV C8 (UVV Gesundheitsdienst) § 41 und § 46 Allgemeine Schulordnung §17 Schulordnungsgesetz: pädagogische Eigenverantwortung Lehrplan Sachunterricht 2011: Personenkompetenz, Primärerfahrungen mit Tieren Lehrbrief Primarbereich Sachunetrricht 2011 Im Sinne der Evulation ist jede Schule primär selbst für die Weiterentwicklung von Qualität und Qualitätsüberwachung verantwortlich. Was Qualität ausmacht, muss in jedem Kollegium immer wieder neu diskutiert werden. Das Kollegium der GS Oberkirchen-Freisen entschied sich für ein Projekt der tiergestützten Pädagogik.

Schulbegleithund „BALOU“

Eckdaten:

- Geburtsname: Bosse von der Zottelbande - Geburtsdatum: 12.05.2010 - Rasse: PON - Stockmaß: 52cm - Gewicht: 27 kg

Beruf:

- Co Lehrer

Ausbildung:

- Begleithundeausbildung (Hundeplatz in St. Wendel) - Wesenstest (Mein Partner Hund, Saarbrücken) - Schulbegleithundeausbildung (Mein Partner Hund, Saarbrücken) - Therapiebegleithundeausbildung (Steinfurter Schule, Heilbronn)

Wesensmerkmale:

- freundlich - neugierig - sozial verträglich mit Menschen und Hunden, vorzugsweise Kinder - Katzenjäger - schlau - sehr willensstark, manchmal auch ganz schön stur

Familienstand: Junggeselle

Hobbies:

- schlafen - fressen - Gassi gehen - Verstecken spielen - Kräfte messen bei Zerrspielen - Knochen knabbern - Leckerli suchen

zuständiges Frauchen:  B. Schummer-Born

Hygieneplan für den Schulhund

Der Hygieneplan hat zum Ziel, eine Infektionsübertragung vom Hund auf den Mensch und umgekehrt zu minimieren. Der Rüde wird regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt. Er ist geimpft und frei von ansteckenden Krankheiten. Er ist frei von Zecken, Flöhen und anderen Parasiten. Er wird regelmäßig prophylaktisch entwurmt.  Jederzeit einsehbar ist: -ein aktuelles Gesundheitszeugnis -Impfausweis -Entwurmungsprotokoll -Versicherungsnachweis Es stehen Hilfsmittel wie Handdesinfektion, Einmalhandschuhe und Desinfektionsspray jederzeit zur Verfügung. Vor dem Frühstück wird verstärkt auf Handreinigung geachtet. Der Klassensaal wird wie üblich gesäubert.

Zugangsbeschränkungen

Balou erhält keinen Zugang zur Schulküche sowie anderen sanitären Anlagen innerhalb der Schule. Er hält sich vorwiegend in der Klasse der betreffenden Lehrkraft auf. Das Gelände betritt der Hund nur im Rahmen der pädagogischen Aufgaben.

Allergien und Pflege

Bislang haben noch keine Erwachsenen und Kinder allergisch auf den Hund reagiert. Dies liegt einmal daran, dass Balou trotz seines langen Fells nicht haart. Er gehört zu den sogenannten Allergikerhunden. Da er keine Haare verliert, gibt er auch kaum allergieauslösende Proteine an seine Umgebung ab. Häufig reagieren Allergiker auf die Eiweißstoffe, die sich im Speichel des Hundes oder auf seiner Haut befinden. Durch regelmäßiges Bürsten, gründliches Händewaschen nach dem Streicheln und regelmäßiges feuchtes Waschen des Fells können die allergischen Reaktionen stark eingeschränkt werden. (Hunde, die für Allergiker geeignet sind, März 2010) Natürlich besucht Balou zur Fellpflege auch regelmäßig den Hundefriseur!

Balou als Schulhund in der Klasse

Im Mai 2016 bekam die Klasse 1a der GS Oberkirchen- Freisen ihren sehnlichst erwarteten neuen Co-Lehrer, der dort stundenweise von mir im Unterricht eingesetzt wird. In der sogenannten Salutegenese , der Erhaltung der Gesundheit des Menschen, spielt der Kontakt mit Tieren eine bedeutende Rolle. Bereits im 18. Jahrhundert wurden Tiere für therapeutische Zwecke eingesetzt. Heute belegen zahlreiche Studien, wie z.B das IEMT Schweiz 2003 die positive Bedeutung des Kontakts mit Tieren für die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung von Kindern. So wird die Lernatmosphäre im Schulalltag schon allein durch die Anwesenheit des Hundes positiv beeinflusst. Der Hund wertet nicht, geht auf alle Kinder gleich fröhlich und interessiert zu. Dies stärkt das Selbstwertgefühl vor allem von schwächeren, unsicheren Kindern enorm. Sie werden so leichter aus ihrer Isolation gelockt und gewinnen Sicherheit im Umgang mit Mensch und Tier. Eine Untersuchung von Kotrschal &Ortbauer 2001 hat gezeigt, dass die Interaktion mit dem Hund „den sozialen Zusammenhalt der Klasse und die Aufmerksamkeit in Richtung Lehrerin verbessert und lautes, auffälliges und aggressives Verhalten gedämpft“ wurde. So haben es auch verhaltensauffällige Schüler leichter, sich in der Klasse besser zu integrieren und zu beruhigen, da der Hund den Stressabbau fördert (zB. streicheln vermindert das Ausschütten des Stresshormons Kortisol, setzt aber gleichzeitig Endorphine frei, die zum Wohlbefinden beitragen). Auch die Universität Saarbrücken führt aktuell eine Studie unter Leitung von Frau Dr. Lass-Hennemann durch, bei der das Sozialverhalten verschiedener Klassen mit und ohne Hund untersucht wird. Die Schüler freuen sich, wenn sie morgens freundlich von Balou begrüßt werden. Diese Atmosphäre regt den entspannten Umgang  sowie die Kommunikation der Kinder untereinander an. Sie erzählen von ihren eigenen Tieren und versuchen Balou einige Tricks zu entlocken, bei denen sie ein klares, deutliches Kommando geben müssen. Wird es Balou zu laut oder zanken gar Kinder, zieht er sich zurück oder er bellt sogar. Des Weiteren müssen die Kinder bestimmte Dienste und Regeln im Umgang mit dem Hund einüben. Rücksichtsvolles Verhalten wird somit eingeübt und geschult. Besonders macht es aber dem Hund und den Schülern Spaß, am Ende der Woche eine Spielstunde zu genießen. Dies wirkt besonders motivierend auf die Schüler, so dass sie bereitwilliger und zielstrebiger ihre Aufgaben erledigen, um in der Spielstunde mit dabei zu sein. Zuletzt ist die Anwesenheit des Schulhundes auch eine Chance für Kinder mit Hundeangst. Durch die spezielle Ausbildung und sein ruhiges Wesen haben auch diese Kinder die Möglichkeit, sich beobachtend an den Hund heranzutasten und immer mutiger den Kontakt zu diesem Tier zu suchen.

Regeln im Umgang mit dem Hund

Falls du mir im Schulhaus begegnest, beachte bitte folgende Regeln: Ich mag es nicht, wenn ihr laut seid! Störe mich nicht, wenn ich ruhen möchte! Begrüße mich erst (Hand schnuppern) dann kannst du mich streicheln! Sei nett und freundlich zu mir! Haltet mich nur am Halsband fest! Bewege dich langsam, damit ich nicht erschrecke! Füttere mich nur, wenn du die Erlaubnis dafür hast! Ich möchte nur von einem Kind gestreichelt werden! Vor dem Essen Hände waschen!!!